Verlautbarungen

Untersuchung zum Tode Anyashas

By 22/01/2017 No Comments

Ermittlungen der Sonderkompanie Adlerblick

Die Kompanie wurde nach Empfang des Schreibens des Erzmarschalls umgehend marschbereit gemacht und an den Silberlauf gesendet. Der von der 33. Einheit übermittelte zu untersuchende Standort liegt in einiger Entfernung zum Feldlager Bärenmaid, ehemals Sturmherz, außer Sichtweite und hinter Waldstücken verborgen. Es handelt sich um ein grasbewachsenes Freifeld, nach Kampagnendordnung IV ideal für offene Feldschlachten und entsprechende Drillübungen. Die Sichtweite reicht nach Erreichen der Hügelspitze bis zum nächsten Waldrand im Westen und damit weit genug, um etwaige Fernkämpfer mit Ausnahme von fähigen Schlachtenmagiern ohne Schwierigkeiten zu bemerken. Die Überreste des entsprechenden Kampfes konnten als ein Dutzend ausgesegnete Untote sowie Blutspuren etwa derselben Menge menschlicher Verwundeter ermittelt werden. Es wurden keine nicht-untoten Leichname gefunden, aber die astrale Untersuchung verzeichnet Spuren von einer Banshee Kategorie 3 und einem nicht klassifizierten Feuerdämon. Der vierstufige Bannkreis wurde ordnungsgemäß entfernt und gereinigt sowie markante Punkte für die Ermittlungen abgesteckt.

Die letzte Sichtung der Nekromantin Anyasha lässt sich auf ein Feld in der Mitte des inneren Schutzkreises eingrenzen. Ein kleiner Aschehaufen wurde von der 33. Einheit als die letzten Überreste Anyashas vermerkt, doch scheint die Menge an verbranntem Material nicht mit der Beschreibung der Frau und ihres Schulterschmucks übereinzustimmen. Bisher wurden allerdings keine etwaigen Tophäen von den üblichen Stellen gemeldet. Die Zusammensetzung des verbrannten Materials konnte als menschlich, Seide, Wolle, Stahl, Holz und Perlmutt identifiziert werden, der Geruch hat allerdings einen übergroßen Anteil an Weihrauch, Zimt und Rosen. Es ist bekannt, dass weder die anwesende Einheit der Faust Myrias noch der im Kampf geblendete Inquisitor die Asche Anyashas klerikal behandelt haben.

Die zu stellenden Fragen sind dementsprechend: Warum war die Eskorte der Nekromantin nur so gering, und zweitens, ist der Aschehaufen wirklich ein Zeichen ihres Todes? Die Theorien zur Größe ihrer untoten Wachen sind vielfältig, an dieser Stelle mag genannt werden, dass sich die Nekromantin womöglich in einer regenerativen Stasis befand, um mit neuer Kraft neue Truppen zu erheben und in dieser Zeit nur eine kleine Wachmannschaft neben dem Dämon für nötig hielt. Dies würde auf Unachtsamkeit hinauslaufen. Eine Theorie, die besagt, dass ihre Untoten von ihrem Herren abgezogen wurden, bevor der Kampf begann, deutet auf taktische Fehler oder Rivalitäten in den Reihen des Kalten Hauchs hin, die wir bislang noch nicht einwandfrei beweisen konnten. Auch die Informationen ihrer Botin, die offenbar ohne Wissen der Nekromantin übermittelt wurden, können als Indiz zu Fehden innerhalb der untoten Heere gedeutet werden. So sie denn tatsächlich verbrannt ist, mag dies eine astrale Rückkopplung durch die Zerstörung von Dämon und der Bannkreise sein, vielleicht auch eine Selbstentzündung durch einen fehlgeschlagenen Angriffszauber. Es waren keine Flammenmagier auf dem Feld und es wurde keine klerikale Magie in diese Richtung getätigt.

Wulfric

Author Wulfric

Wulfric von Gabelbach ist Skriptor der Bibliothek zu Bogenfurth und verantwortlich dafür, die unzähligen Schriftrollen, Folianten und Lexika zu katalogisieren. Wie sein Namensvetter auf dem Thron ist auch der Schreiberling unersetzlich für die Grafschaft Selbion.

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