Nachrichten

Eier und Edelmänner

By 22/11/2014 No Comments

Der Sendbote des 8. Jahres der Angst

Ratten und Pest auf dem Vormarsch

Raventree. Als ob die Rattenplage nicht schon genug wäre, munkelt man nun, dass die Pest in Raventree umhergeht. Woher diese schändliche Krankheit kommt, weiß keiner so genau zu sagen. Ob die Berichte wahr sind oder wieder nur Waschweibergeschwätz, ist nicht bestätigt. Freiherr Leonard von Grim hat sich bisher noch nicht zu dem aktuellsten Gebräu aus der Gerüchteküche geäußert.

Krieg im Dornenwald

Thronwood. Schreckliche Kunde eilt durch Selbion: Vor wenigen Monden brachen Priester Myrias vor Schmerz zuckend zusammen. Gewaltsam brachen Untote, Orks, Menschen und Vampire, angeführt von einem grausamen Drow, einen heiligen Schrein Myrias auf und stahlen dessen göttlichen Inhalt, ein Drachenei! Alle Versuche der Armee Selbions, welche schnell eine Miliztruppe zum Ort der Katastrophe schickte, das Ei zurückzuerobern und den Schändern ihre gerechte Strafe zuzuführen schlugen fehl. Zahlenmäßig unterlegen, schlecht ausgerüstet und unerfahren im Kampf konnten sie sich zwar bis zum Lager des Feindes durchschlagen und auch Siege im Kampf mit dem Feind davontragen, doch das Ei blieb verschollen. Nach Tagen des Kampfes zerstörten die abscheulichen Drachenjäger, die Kulkodar Bajrak, eine Horde umherziehender ehrloser Orks, in einem blutigen Ritual das heilige Ei! Die Drachenpriester und alle Bewohner Selbions werden diese Grausamkeit niemals vergessen und erst ruhen, wenn alle Täter bestraft sind, möge Myrias Wille geschehen! Der Verlust und die Trauer sind zwar groß, doch stärkte der Verlust dieses Heiligtums den Glauben des Volkes in Myria und die Sieben. Mit neuer Kraft im Kampf geht das Militär im Sommer nun verstärkt gegen die Untoten vor, um verlorene Gebiete zurückzuerobern. Der Feind scheint schwach und der Sieg zum Greifen nah, dies verkündete der Graf nach der Kunde über den Verlust der heiligen Stätte mit den Worten: „Auf! Auf Selbiaten, zu den Waffen!“

Samt und Seide

Bogenfurth. Der modebewusste noble Herr trägt dieser Tage edle Materialien. Brokat und Samt sind die Stoffe des Frühlings, leicht im Tragen, ernsthaft in ihrer Ausstrahlung. Es empfehlen sich breite Schultern und eine körperbetonende Rumpfpartie. Dazu ein hochgeschlossener Spitzenkragen und weite Spitzenmanschetten an den Ärmeln – mit diesem Schnitt ist man immer auf der richtigen Seite. Wem das Ganze ein wenig zu unbequem ist, der steigt auf die legere Variante des „Adeligen auf Reisen“ um: Weitere Ärmel, entspannte Schnitte im Stil des Händlers aus dem Süden, kurz abschließender Kragen – perfekt für unterwegs oder lange Ratssitzungen. Der Schmuck für den Herren des Jahres wird dominiert von Silber und Rot, die Farben unserer allhöchsten Drachin. Eine elegante Brosche unterm Hals, die edle Kette des Ratsherrn, auch geeignet für stilsichere Provokation auf offener Straße: „Ihr seid Ratsherr?“ – „Nein, weshalb“? –„Eurer Ratskette wegen! Ihr wisst, dass Ihr in arge Bedrängnis geratet, sollte der Stadtherr das sehen!“ – „Ach die? Das ist keine Ratskette, seht her: Kein Insignium, nur aneinandergereihte Kettenglieder. Das trägt man heutzutage in Bogenfurth. Wahrt Ihr dort etwa noch nicht?“

 

Wulfric

Author Wulfric

Wulfric von Gabelbach ist Skriptor der Bibliothek zu Bogenfurth und verantwortlich dafür, die unzähligen Schriftrollen, Folianten und Lexika zu katalogisieren. Wie sein Namensvetter auf dem Thron ist auch der Schreiberling unersetzlich für die Grafschaft Selbion.

More posts by Wulfric