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Troll und Trödel

By 27/01/2017 No Comments

Der Sendbote des 10. Jahres der Angst

Meldepflicht in Dörfern eingeführt

Bogenfurth. Nach vermehrten Berichten über verschwundene Dorfbewohner in verschiedenen Baronien hat Kriegsgraf Wulfric nun per fürstlichem Dekret eine vorübergehende Meldepflicht für alle Dörfer ohne Ummauerung beschlossen. Demnach sei mindestens zweimal am Tag die Anwesenheit der Dörfler von dem Dorfschulzen, der Bürgerwehr oder notfalls dem Dorfpriester zu überprüfen. Bogenfurth hat sich noch nicht geäußert, was mit den Vermissten passiert sein könnte. Augenzeugen der Baronien Grim, Southend und Riverturn haben allerdings unterschiedliche Theorien. Doch ob es sich um eine neue Werwolfplage, das Werk eines Vampirs oder eine Rekrutierungswelle von Banditenbanden handelt, bleibt vorerst abzuwarten. Die Meldepflicht erhält sofortige Wirksamkeit, die Missachtung steht unter Strafe.

Mehr Mundschenke für Selbion!

Der landesweite Mangel an Dienstboten lähmt nach neuen Berichten nicht nur den selbiatischen Hof, sondern auch die Armeestrukturen. Da wenige Kriegsbanner eine ausreichende Anzahl von Dienern aufweisen, müssen immer häufiger Soldaten als Mundschenke, Ausrufer, Wäscher und Kammerherren für die adeligen Offiziere und deren Gäste dienen. Um das zu ändern, werden arbeitswillige Selbiaten hiermit ausdrücklich dazu ausgerufen, als Alternative zum Armeedienst den Dienst am Hofe in Erwägung zu ziehen. Die Aufstiegs- und Todeschancen sind fast gleich, ebenso die lachenswerte Bezahlung!

Wer sind denn diese Spitzohren?

Die selbiatische Allgemeinbildung war noch nie sonderlich gut, aber neue Umfragen zeichnen ein erbärmliches Bild vom Wissensstand der Bürger. Weniger als ein Drittel kann mit den Begriffen Aerin, Galathilion und Uilos etwas anfangen, geschweige denn mit den Worten Tyelperin und Malantur. Der Erzkanzler des Kriegsgrafen hat daher alle Selbiaten dazu aufgerufen, ihr Wissen über die edlen Eldar zu vertiefen und Freundschaft mit den Elfen zu knüpfen, um die Bande zwischen unseren Völkern in diesen dunklen Zeiten neu zu festigen. „Ein erster Schritt“, so Völkerkundler Gunther Liebentag, „ist die Vermeidung der Begriffe Spitzohr, Langbein und Baumliebhaber für das edle Volk der Elfen, da diese fortwährende Beleidigungen nur ungern länger tolerieren würden.“

Der Untod rückt vor

Alter Herzogswald. Die Armeen der Dunkelheit marschieren scheinbar unaufhaltsam auf die Städte unserer Grafschaft zu. Vor wenigen Tagen hat uns Kunde aus dem Thornwood ereilt, dass die dortigen Einheiten von Untoten, Ghulen und Banshees unter der Führung eines bislang unbekannten Seuchenmagiers sich auf den Weg in den Alten Herzogswald gemacht haben. Zwei Banner und eine Einheit Kavallerie wurden aus Bogenfurth entsendet, um den Feind noch am Lake of Tears abzufangen. Bürger der nördlichen Gegenden der Baronie Bellyveld werden gebeten, in ihren Dörfern zu bleiben und gegebenenfalls den Schutz naher Garnisonen der Armee zu suchen.

Das Bogenfurther Kartenparadies

Der Bogenfurther Palast wird in näherer Zukunft eine Ausstellung mit seltenen Karten, Schifffahrtsrouten und Stollenplänen zu Ehren der II. Pionierlanze veranstalten. Gezeigt werden Exponate der Gräflichen Kartenbibliothek und bürgerlicher Sammler. Der Eintritt soll, Gerüchten zufolge, am ersten Ausstellungstag für  ausgewiesene Fachbesucher frei sein. Der genaue Zeitpunkt der Ausstellung stand zum Redaktionsschluss noch nicht fest. Eine weitere Attraktion für Kartenliebhaber bietet sich übrigens thematisch passend schon nächste Woche. Gunther Grabstett stellt im Honigbräu, Kieferstettener Gasse, in Bogenfurth sein neues Werk, „Angewandte Erztheorie im Felde. Schätze finden nach wissenschaftlichen Prinzipien“ vor. Der langjährige Bergarbeiter und Minenkundler aus Dwarvenkeep ist eine anerkannte Koryphäe in seinem Fachgebiet. Viele Besucher werden nicht erwartet, aber der Untergrundratgeber soll zahlreiche Höhlenkarten, Stollenlisten und Minenschachtblätter enthalten. Die nächste Jagd nach Grottenulmen kann dann bestimmt kommen!

Klingende Münze

Alle Jahre wieder ist es nun soweit: Die Steuereintreiber des Kriegsgrafen sind ausgeritten, um den Zehnt der Fürsten einzufordern. Zu zahlen hat jeder volljährige Selbiat mit Haus und Hof, der nicht im Dienst der Armee steht oder als Knecht eines Grundherren verdingt ist. Die Bürger Selbions sind angehalten, die Steuereintreiber nicht bei ihrer Arbeit zu behindern oder aufzuhalten, sondern ihnen ohne Murren und Zetern ihr Silber für den Grafen zu überlassen, auf dass dieser das Steuergeld weise zur Verteidigung seiner Untergebenen nutzen könne.

Das Haupthaar flieht?

Für alle Recken, deren Haupthaar das Weite sucht, ist nun die Rettung in Sicht. Paradurs Perücken-Paradies weitet sein Geschäft nach einer unglückseligen Investition in Rabadon jetzt auch nach Bogenfurth aus. Meister Paradurs Laden ist die erste Adresse für Mann und Frau, Mensch, Zwerg, Elf und Ork jeden Standes und Alters. Dem Zwerg ist der Bart nach einer ungünstigen Stollensprengung abgebrannt? Paladur hat Ersatz! Das einst goldgelbe Haar der holden Elfe wird langsam grau? Paladur kann helfen! Die Perücken, Bartattrappen, Pflegemittel, Farbstoffe und Haarersatzteile aus der berühmten Perückenmacherei sind so gut, dass selbst Ser Khem vom 33. Banner ab und an sehnsuchtsvoll auf das Haupthaar im Schaufenster starrt. Also: Auf, auf nach Bogenfurth!

Trollmopolitan

Brückenzoll verlangen? Bauern ausrauben? Sich dem Vampirfürsten unterwerfen? Schwester, wir Trollfrauen haben doch etwas Besseres verdient. Und mit dem Magazin TROLLMOPOLITAN sind unsere Wünsche wahr geworden. Das Trollfrauenmagazin für Mode, Schönheit, Liebe und Erfolg ist ein wahrer Augenschmaus. Auf vierzig Rinderhäuten und bedruckt mit feinster Schwarzorktinte steht wirklich alles drin, was das Frauenherz begehrt: Wie koche ich einen guten Blutmosseintopf? Wie dekoriere ich meine Höhle für den Herbst? Warum grunzt mein Troll immer nur, wenn er nach einem langen Tag nach Hause kommt? TROLLMOPOLITAN hat die Antwort! Nur ein Mühlenstein pro Ausgabe.

Luftig leicht im Lazarett

Die langen Haare hängen andauernd in irgendwelchen Wunden? Verletzte im Wahn krallen sich in ihnen fest? Und in stickigen Lazarett wird’s unter der Mähne schnell heiß? Mit all diesen Problemen braucht die Heilerin von Welt sich nicht mehr herum zuschlagen. Mut zur Kürze ist die Devise! Ein Kurzhaarschnitt ist nicht nur pflegeleicht, elegant und praktisch, sondern sorgt auch für frischen Wind im Nacken! Probieren Sie es aus und lassen Sie sich ihre langen Locken absäbeln. Ihr Kopf wird es ihnen danken und mit einer solchen Frisur sind Sie bestimmt der Hingucker in jedem Lazarett!

Merchandsheart. Ein Inquisitor des Ordens Myrias ist in Merchantsheart angekommen, um etwaige Ketzer auf den rechten Weg der Silbernen zurückzuführen. „Die guten Seelen hätten nichts zu befürchten“, so Bruder Joakim, „doch alle Ungläubigen müssten ihr Herz vor der reinigenden Flamme rechtfertigen.“ Vorgestern wurde das Zelt des Inquisitors und seiner Eskorte auf dem Marktplatz aufgeschlagen, daneben steht nun ein großer Scheiterhaufen. „Wir glauben nicht, dass wir in dieser wunderschönen Stadt jemanden verbrennen müssen, aber manchmal offenbaren sich schwarze Schafe, die einfach nicht den Drachen folgen und lieber an ihren falschen Göttern festhalten wollen. Da haben wir dann auch eine Pflicht den Bürgern gegenüber und können gar nicht anders, als Strafen zu verhängen.“ Die Ankunft eines Inquisitors ist mit Sicherheit ein Spektakel für sich, aber mittlerweile in Selbion auch nahezu Normalität geworden. In den letzten Jahren wurde vom Adel zwar Ausnahmeregel nach Ausnahmeregel erlassen, die in Teilen der Grafschaft de facto Religionsfreiheit schuf. Doch radikale Priester weigern sich standhaft, diese anzuerkennen, und finden Gesetzeslücken, um Ungläubige trotzdem den Flammen zu übergeben. Im Winter des achten Jahres der Angst etwa verbrannte ein Inquisitor vierundzwanzig Dorfbewohner auf einmal, darunter mutmaßliche Nekromanten, Spione, niedere Vampire und Barbaren. Die Hohepriester betonen allerdings, dass es sich dabei um einen Ausnahmefall handelte und jeder Inquisitor wie auch jeder entsendete Priester zuallererst die Pflicht habe, sich um das Wohlergehen der Gläubigen zu kümmern.

Gesucht und gefunden

Die Köpfe von drei gesuchten Dienern der Finsternis wurden vor der Feste der Faust Myrias gefunden. Es handelt sich dabei um den Blutmagier Karolus Wahnenbrecht, den Söldneranführer Norn den Nichtigen sowie die Diplomatin Antoinette von Siebenstein, die Anfang des Jahres allesamt per fürstlichen Dekret vogelfrei gemacht und auf die Fahndungsliste gesetzt wurden. Wer das Trio erschlagen und geköpft hat, ist noch unklar – auch wenn die Ordenskrieger nicht ausschließen, dass es sich um ein wütendes Mitglied der Faust oder ein reichlich unpassendes Hochzeitsgeschenk handeln könnte. Bemerkenswert ist ebenfalls, dass ein Teil der anatomischen Bibliothek derer von Siebenstein aus unbekannten Gründen an einer nahen Wegkreuzung abgestellt wurde.

Spinnenplage

Der ohnehin schon sehr düstere Blackwood wird von einer Spinnenplage heimgesucht. Mindestens zehn Sichtungen von grüngelben Riesenspinnen gab es in den letzten Tagen. Aus Merchandsheart und Raventree reisen Monsterjäger an, um der Plage Herr zu werden. Helmbard Sommerfink, der Förster im südlichen Blackwood, ist von der Bedrohung mehr als schockiert: „Wir haben im Sommer immer ein Ungezieferproblem im Wald, aber das sind dann meistens Krakenkäfer oder Silberraupen. Riesenspinnen in der Größe gab es hier schon seit Jahrzehnten nicht mehr – und es werden täglich mehr!“ Experten vermuten, dass die rasant steigende Spinnenpopulation auf künstlichem Weg herbeigeführt wurde. Womöglich hat ein Diener des kalten Hauchs Spinneneier im Wald ausgesetzt, oder es handelt sich bei der Spinnenplage um einen recht mächtigen Fluch.

Huiwasserskandal

Die berühmte Huiwasser-Brauerei am Silberlauf scheint offenbar jahrelang den gleichnamigen Schnaps mit minderwertigem Weißwein gestreckt zu haben, wie aus der Baronie Riverturn gemeldet wird. Huiwasser zählt zu den Exportführern aus dem östlichen Selbion und ist in Tavernen im ganzen Land heiß begehrt. „Es gab einen Engpass bei den Wacholderbeeren, also haben wir ein bisschen mit Weintrauben nachgeholfen. Wir beten zu Nola und erflehen ihre Gnade und die unserer Kunden“, so Gustav Husch, der Betreiber der Brauerei.

Myria ist mit uns

Der Klosterladen des Bergklosters von Faran Aisell hat zurzeit reduzierte Gebetsketten, Weihkerzen und Drachenamulette im Angebot. Wer den Schutz der Silbernen sucht, findet am Fuß des Klosterberges im Norden der Stadt auch eine große Auswahl an Gebetsbüchern, Spruchbändern und Weihrauchmischungen. Die Einnahmen des Klosterladens helfen den Mönchen bei dem Wiederaufbau der berühmten Aiseller Klosterbibliothek, die vor drei Jahren teils dem Feind in die Hände fiel.

Fokus gefällig?

Im „Manamuffel“ in Aisell kommt jeder Zauberer auf seine Kosten. Der Inhaber Xenophilius Xandrax bietet die besten Foki und Energiekristalle zu den besten Preisen in ganz Selbion an! Lasst euch überraschen von der schieren Auswahl an magischen Kristallen. Bestaunet die fein beschriebenen Spruchrollen und ihre edlen Wachssiegel. Haltet eure Nase zu in der Hexenabteilung, wo ein Sortiment an Kesseln, Froschaugen und etlichen Tränken bereit steht. Jetzt neu: An jedem zweiten Blutmond großer Fluchflohmarkt!

Annes Gemischtwaren öffnet wieder

Im Herzen von Raventree, in der Kesselgasse Ecke Untermarkt, hat nach dreijährigen Umbaumaßnahmen endlich wieder Annes legendärer Gemischtwarenladen eröffnet. Der gemeine Pöbel findet hier allerlei Klein- und Großwaren, von Töpfen über Garn bis hin zu ganzen Fuhrwerken. Für den Selbiaten von Fach, den Schatzjäger und Glücksritter, hat die Besitzerin des Ladens hingegen ganz andere Angebote. Anne Gutlieb kennt die Wünsche unseres Metiers, war doch ihr Mann selbst einst Schatzsucher. Niemand im Südwesten kann Ausrüstung schneller besorgen, anfertigen oder reparieren. In ihrem Gemischtwarenladen werdet Ihr seid diesem Mond im hinteren Teil allerlei interessante Dinge finden: Spitzhacken, Grubenlampen, Trockenobst, verschiedenste Karten von Höhlen und Städten, arkane Lichtphiolen, Schutzzauber, den patentierten TROLLSCHRECK und das Aiseller Springbockseil – um nur einige der nützlichen Gegenstände zu nennen, die jeder Abenteurer sein Eigen nennen sollte. Wer also in Raventree Halt macht, sollte sich den Besuch bei Annes Gemischtwarenladen nicht entgehen lassen.

Die Angstuhr!

Auch im Unklaren, welchen Tag, welchen Mond, ja welches Jahr der Angst wir gerade haben? Dann schaut nicht mehr weiter und kauft die patentierte Angstuhr! Auf neunzehn goldenen Zifferblättern findet Ihr alle Informationen rund um Mondzyklus, Herbstdauer, Jahreszahlen und natürlich auch die Uhrzeit. Und das alles in fünf verschiedenen Kalendersystemen von Selbiaten, den Eldar, den Zwergen, den Barbarenstämmen und nicht zuletzt den Baumwesen! Die patentierte Angstuhr wird mit den Tränen verwirrter Selbiaten betrieben und jedem Bürger ans Herz gelegt, der schon einmal ein Jahr zweimal erlebt hat. Exklusiv erhältlich bei der Chronographengilde Rabadon.

Wulfric

Author Wulfric

Wulfric von Gabelbach ist Skriptor der Bibliothek zu Bogenfurth und verantwortlich dafür, die unzähligen Schriftrollen, Folianten und Lexika zu katalogisieren. Wie sein Namensvetter auf dem Thron ist auch der Schreiberling unersetzlich für die Grafschaft Selbion.

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