Turniere sind in der höfisch-adeligen Tradition der Grafschaft tief verankert, doch gerade in den letzten Jahren nach Myrias Fall stieg die Anzahl und Vielzahl derartiger Wettbewerbe. Das liegt nicht nur daran, dass die ritterlichen Übungen mehr denn je für den Ernstfall notwendig sind, auch die einfachen Bürger und Bauern sollen durch groß angelegte Spektakel von den Entbehrungen durch den anhaltenden Krieg gegen den Untod abgelenkt werden. So ist es nicht verwunderlich, dass Turniere schon lange nicht mehr dem Adel vorbehalten sind, sondern einige Disziplinen für den einfachen Mann geöffnet oder auch neu geschaffen wurden. Am besten bekannt ist und bleibt dennoch wohl der Tjost, in dem zwei Ritter in vollem Galopp versuchen, sich mit einer Lanze aus dem Sattel zu stoßen. Der Buhurt wiederum ist ein Massenkampf zu Fuß oder zu Pferd, bei dem Punkte durch Gefangennahme von Gegnern und Eroberung der feindlichen Banner gemacht werden können. Für den Nahkampf sind eine Vielzahl von Waffen zugelassen, selbst Bauern können mit Keulen teilnehmen. Eine dritte Form der adeligen Turnierformen ist das Schau- und Paradereiten, bei dem Banner, Lanzen und Schilde in kunstvollen Formationen geschwungen werden. Das Schaureiten findet aber in der Regel nur bei größeren Hoftagen statt, während Tjost und Buhurt auch bei kleineren Festen gern und häufig gesehen werden. Besondere Erwähnung soll hier die Baronie Bellyveld und die Stadt Hohenhau finden, die mit ganzen elf Turnierplätzen eine Hochburg der Turnierkultur bildet und zu Festzeiten der Mittelpunkt großer Zeltstädte und Jahrmärkte wird. Weitere Turnierformen im Umfeld des adeligen Turniers sind zum Beispiel das Zielschießen mit Bogen oder Armbrust, das Ringleinstechen oder auch das Lanzenstechen in kleinen Ruderbooten, was gerade im nordwestlichen Teil Selbions in höchstem Maße beliebt ist.

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