Der Thronrat ist die Bezeichnung für das Gremium der obersten Hofamtsträger, die dem Kriegsgrafen beratend zur Seite stehen und ihn ihn der Regierung des Landes, nach Aufgabenbereichen unterteilt, unterstützen. Dabei sind die Thronräte nicht mit der Barons- und Kurwürde verbunden, haben die Barone doch nur in den seltenen Konzilen die Möglichkeit, die landesweite Politik zu beeinflussen. Stattdessen sind die Thronräte in der Regel Ritter, können aber auch aus den Reihen der Bürger ernannt werden, was meist aber den Adelstitel als Belohnung mit einschließt. Der Thronrat bespricht mit dem Grafen meist zweimal täglich die Regierungsgeschäfte und ist auch sonst im Hofleben in seiner Nähe. Reist der Kriegsgraf aus Bogenfurth ab, folgt ihm auch ein Großteil des Thronrats. Insgesamt acht Thronräte beraten den Grafen.

Der Erzkanzler steht der Hofkanzlei vor und überwacht alle Urkunden und Schreiben des gräflichen Palastes sowie den selbiatischen Botendienst. Er ist ebenfalls für Außenpolitik und Diplomatie zuständig, wenngleich auch durch die Grenzschließung nur wenige selbiatische Gesandte im Ausland weilen. Stirbt der Graf, ist der Erzkanzler dafür verantwortlich, die Barone mit Kurwürde zu einem Konzil und damit der Neuwahl des Grafen zusammen zu rufen.

Der Erztruchsess ist stets auch der Statthalter Bogenfurths und kümmert sich um die zivile Verwaltung der Grafschaft. Er übersieht das Gerichtswesen im ganzen Land und steht dem Hofstaat vor. Zieht der Kriegsgraf in die Schlacht oder reist anderweitig aus Bogenfurth ab, bleibt der Erztruchsess stets zurück und wacht über den Thron. Er übernimmt dann auch die Audienzen, die der Graf in Abwesenheit nicht geben kann. Bei Zeremonien trägt er die goldenen Reichsschlüssel.

Der Erzmarschall ist der oberste Befehlshaber der selbiatischen Flotte und der selbiatischen Armee. Als Herr der Heeresleitung vertritt er den Grafen als strategischen und taktischen Kommandeur, wobei er von seinem Marschallstab und den Abteilungen der Zitadelle unterstützt wird. Ruft der Kriegsgraf zur Heerschau, reitet der Erzmarschall stets an der Spitze der Parade, ehe er an der Seite des Grafen die Streitkräfte inspiziert. Zu wichtigen Feierlichkeiten trägt er auch das goldene Großschwert der Grafschaft.

Der Erzkämmerer wacht über den Haushalt der Grafschaft und damit auch über die Steuereintreiber. Er setzt Einnahmen und Ausgaben fest und sorgt dafür, dass der Zehnt eingesammelt wird. Außerdem vergibt er Markt- und Münzrechte und legt Reichszölle fest. Er eicht auch die Großwaage in der Bogenfurther Schatzkammer, an der sich alle anderen Waagen und Gewichte in Selbion ausrichten. Ein verkleinertes Abbild davon trägt der Erzkämmerer auch bei Prozessionen.

Der Erzmundschenk ist zuständig für die Vorräte des Palastes und die gräflichen Weingärten. Er steht dafür auch den Vorkostern, Köchen und anderen Hofdienern vor. Nach dem Weißweinattentat ist der Erzmundschenk zudem stets einer der Leibärzte und Mitglied des Gardebanners und weicht dem Grafen im Notfall nicht von der Seite. Bei Paraden trägt der Erzmundschenk das goldene Füllhorn der Grafschaft, das als magisches Artefakt tatsächlich eine unendliche Weinquelle ist.

Der Erzpriester ist der für ein Jahr gewählte Oberste des Rates der Hohepriester, der die selbiatische Kirche gegenüber dem Kriegsgrafen vertritt. Er ist zumindest auf dem Papier der Beichtvater der Grafenfamilie und leitet zusammen mit dem Erzkanzler auch das Kurfürstenkonzil. Als Stellvertreter Myrias ist er es auch, der in der Weihezeremonie traditionell Grafen und Barone krönt. Zu vielen festlichen Anlässen trägt er die Achtdrachenkette, eine goldene Ratskette, in welche die Insignien der acht Gottdrachen eingearbeitet sind.

Der Erzinquisitor steht der Inquisition vor und ist damit zuständig für die Verfolgung von Ketzern, Hexen und Dämonen. Damit wachen er und seine Schergen mit fanatischem Eifer darüber, dass die Grafschaft von dunklem Gesindel gereinigt wird. Zu diesem Zwecke sind nicht nur Feuer und Schwert treue Helfer, sondern auch all die Spitzel und Agenten, die den Inquisitoren zuarbeiten und ketzerische Verräter entlarven. Bei Paraden trägt der Erzinquisitor den goldenen Richthammer.

Der Erzmagier zuletzt ist der Abgesandte der Magierschulen und vertritt deren Interessen gegenüber dem Kriegsgrafen. In Ermangelung einer zentralen Institution streiten sich um diesen Posten zahlreiche Zauberer der einzelnen magischen Gruppierungen, was dazu führt, dass der jeweilige Amtsinhaber oft sehr schnell das Opfer von Intrigen, Krankheit und Giftmorden wird. Weder der Kriegsgraf noch der übrige Thronrat haben große Lust, sich in diese Dinge mehr einzumischen als unbedingt nötig. An hohen Feiertagen trägt der Erzmagier den goldenen Stab arkaner Macht.

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