In den Wirren des Krieges gegen den Untod ist jede Ablenkung den Selbiaten sehr willkommen, und auch das Theater dient diesem Zwecke. Der Kriegsgraf höchstselbst gab den Befehl, aus den Hof- und Stadttheatern, die aus steinbeckscher Zeit übrig blieben, kleine Gruppierungen auszugliedern, die als fahrende Schauspieler ihre Kunst zu den Bürgern bringen sollten. Das erklärt die Vielzahl an Theatertruppen, die durch die Grafschaft ziehen und ihre Stücke auf Marktplätzen oder in den Tavernen präsentieren. Die festen Spielstätten, aus denen sie stammen, blieben aber keineswegs unbeachtet, sondern wurden nun für Adel und Bürger gleichermaßen geöffnet. Allein in Bogenfurth begeistern die Truppen des Palasttheaters, der Hochoper, des Froschtheaters und der Bühne von Adler und Amboss die Massen mit immer neuen und besseren Stücken.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass einfachere Theaterformen vor allem bei den fahrenden Truppen beliebt sind. Stegreifstücke, Jahrmarktkomödien, Schäferspiel und Thekendrama werden hier ergänzt von klerikalen Lehrstücken und Wunderspielen, oftmals in den größeren Tempeln und Klöstern selbst oder auf dem Kirchplatz. Das höfische Theater hingegen schätzt noch immer größere, prunkvollere und allgemein künstlerische Stücke, mit einere größeren Truppe und aufwendigeren Bühnenbildern. Von Heckenspielen, Opern und Singstücken bis hin zu Legendarien und Astralien wird dem geschätzten Publikum eine Fülle an unterschiedlichen Kunstformen und Inszenierungspraktiken aus den ganzen Südlanden und darüber hinaus geboten.

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