Die Kriegsgrafschaft Selbion

Einst war Selbion eine von vielen Grafschaften des Großherzogtums Steinbeck. Heute liegt Selbion als unabhängiges, aber von Untoten geplagtes Land im Nordwesten der Südlande. Um den selbiatischen Bürgern und den wenigen wahnwitzigen Seelen, die freiwillig hierher kommen, einen Überblick über Land und Leute, Bräuche und Sitten, Götter und Geschichte zu bieten, sind hier einige wichtige Informationen zusammengefasst.

Landschaft: Blickt man auf eine Karte der Südlande, so findet man Selbion im Nordwesten bei Thalisien und Steinbeck. Die Landschaft wird geprägt von weiten Wiesen und Wäldern, doch im Süden und im Osten liegen auch raue Gebirge. Der westliche Grenzfluss, der Coimas, mündet in den Estenensee, und an dessen Ufer gibt es nicht nur Strände, sondern auch gefährliche Sümpfe. Selbion ist unterteilt in elf Baronien: Bellyveld, Ehernwill, Grim, Hammertäler, Lindwald, Lusanore, die Mittelauen, Schattenstieg, Silberlauf, das Südend und die Sumpflande. Die Hauptstadt Bogenfurth liegt im Herzen des Landes in der Baronie Ehernwill. Die Baronien sind wiederum in einzelne Lehen und Rittergüter gegliedert, in denen die Dörfer und Gehöfte liegen.

Bevölkerung: Selbion zählt insgesamt etwa 170.000 Einwohner. Die Bevölkerung der Grafschaft besteht zum Großteil aus Menschen. Elfen siedelten zwar früher in vielen Gegenden, doch in den letzten Jahren haben sie sich mehr und mehr in die Baronie Lindwald zurückgezogen, und viele haben Selbion verlassen. Zwerge sind noch schwerer zu finden als Elfen, doch in unterirdischen Städten in den Bergen soll es immer noch einige zähe Stollenarbeiter geben. Neben barbarischen Stämmen ziehen zudem auch einige Orkhorden nomadisch durch das Land – in der Regel friedlich, aber zweifelsohne zum Ärgernis der örtlichen Bauern.

Gesellschaft: Zwar gibt es in der Grafschaft ein Ständesystem, dieses wird aber in Kriegszeiten wie diesen nur lose umgesetzt. Die Berufe der selbiatischen Bürger sind mannigfaltig, es gibt Bauern, Händler, Handwerker, Soldaten, Magier, Gelehrte und sonstige Arbeiter. Sie alle aber unterstehen dem Adel, der höchsten Respekt einfordert und auch verdient. Die Ritter verwalten ihre Lehen als Vasallen der Barone, welche als Kurfürsten den Grafen bestimmen. Die meisten adeligen Familien verfügen über große Ländereien und Besitztümer, und damit auch Macht und Einfluss. Regiert wird die Grafschaft vom Grafen und seinem Thronrat von Bogenfurth aus.

Glaube: In Selbion herrscht per Gesetz eine eingeschränkte Religionsfreiheit, die Landesreligion ist aber der Achtdrachenglauben. Mit Abstand am meisten Anhänger hat die silberne Drachin Myria, die für das Leben und das Feuer, aber auch Krieg und Tod steht. Der Orden Myrias ist die einflussreichste und größte Kirche, und die Priester, Inquisitoren und Ordensritter aus ihren Reihen genießen hohes Ansehen. Gläubige anderer Drachengötter haben sich ebenfalls in Kulten gruppiert, die aber zahlenmäßig nicht an den Orden heran kommen. Die Klöster und Tempel sind in vielen Dörfern nicht nur Orte des Glaubens, sondern auch Schulen und Spitäler.

Feinde: Seit mehr als einem Jahrzehnt wird Selbion von Untoten, Nekromanten und Vampiren bedroht. Diese dunkle Macht, genannt der Kalte Hauch, war es, der Steinbeck die Grenzen schließen und Selbion auf sich allein gestellt im Stich ließ. Der oberste Befehlshaber dieser abscheulichen Gegner, der Vampirfürst Sunduhn Ar, scheint das Land mittlerweile verlassen zu haben, aber seine Handlanger führen noch immer erbittert Krieg gegen die selbiatischen Bürger. Viele Städte sind gefallen und viele Schlachten wurden geschlagen, und noch immer wurde der Untod nicht besiegt.

Armee: Die Armee zieht die Jugendlichen des Landes als Rekruten für eine Grundausbildung ein, um sie in den Heeresbannern als Soldaten, Späher, Feldscher, Schlachtenmagier und Gelehrte gegen den Untod einsetzen zu können. Über ganz Selbion verstreut liegen daher Ausbildungslager, die den jungen Rekruten zeigen sollen, wie man ein Schwert schwingt und eine Schlachtreihe bildet.