Lager der selbiatischen Armee sind die Stützpunkte, von denen aus Krieg gegen den Untod und andere Feinde der Grafschaft geführt wird. Dabei hat sich je nach der jeweiligen Situation und Position der Einheiten eine Vielzahl unterschiedlicher Lagerarten entwickelt. Einige sind über Anordnungen der Heeresleitung vereinheitlicht, andere wiederum spiegeln ab und an auch die persönlichen Vorlieben eines Lagerkommandanten wieder. Für den Bau und den Unterhalt von Lagerstrukturen sind in der Regel die Kastellane der Einheiten zuständig, die auf die Hilfe von Pionieren, Ingenieuren und Baumeistern zählen können.

Feldlager der Armee bieten Platz für ein Banner oder ein Schlachthaufen und sind für Frontschlachten ausgelegt. Das bedeutet, dass sie oftmals mehr auf hölzerne Barrikaden und Palisaden setzen anstatt auf einen magischen Schutzbann, der in der Erstellung wesentlich länger braucht. Häufig werden auch Gräben ausgehoben und gespitzte Stämme in den Boden gerammt, um etwaige Angriffe auf das Lager zu bremsen. Innerhalb des Lagers befinden sich in einem äußeren Ring die Quartiere der Wache sowie deren Rüstkammern, dann folgen die Unterkünfte der Soldaten. Im Zentrum des Lagers befindet sich ein Exerzierplatz, um den sich die Kommandantur, ein Lazarett, Vorratslager und ein Tempelzelt scharen. Feldlager sind in der Regel Zeltstädte, die im Laufe eines Feldzuges häufig verlegt werden müssen und daher auf einen Tross zum Transport angewiesen sind. Die Lanzen, die sich ein Schlafzelt teilen, haben dazu einen Packesel oder einen Karren. Je nachdem, ob das Lager in einer Bergregion, im oder am Wald oder in Wassernähe errichtet wird, werden den Umständen entsprechend auch die Lagerbedingungen geändert. So sorgen manchmal Ballisten und befestigte Kontrollpunkte für zusätzliche Sicherheit, während sich Einheiten mit zwergischen Pionieren teils auch vollständig eingraben und keine Zelte mitzuführen haben.

Ausbildungslager sind Lager, die die Rekruten auf den Alltag an der Front vorbereiten sollen. Daher spiegeln sie weitestgehend den Aufbau von Feldlagern wider, besitzen aber selten eine umfassende Palisade und verlassen sich auf Bannzauber zum Schutz. Die Heeresleitung hat nach der Bogenfurther Armeereform zu diesem Zweck auch ein Musterlager entworfen, das aber von den meisten Lagerherren der Ausbildungsbanner nicht umgesetzt wird. Das hat zur Folge, dass Rekruten teils in dorfähnlichen Umgebungen exerzieren, in denen Zivilisten, Flüchtlinge und Märkte untergebracht sind, teils aber auch in elfischen oder zwergischen Lagern, die sich aufgrund unterschiedlicher Kriegstraditionen sehr von selbiatischen Stützpunkten abheben. Weiterhin gibt es spezialisierte Ausbildungslager der Seestreitkräfte, der Kavallerie und der Belagerungsmaschinisten, die sich als Außenstellen der jeweiligen Akademien verstehen und seltener anzutreffen sind als reguläre Ausbildungslager. Im Gegensatz zu Feldlagern wird die Kommunikation in die Ausbildungslager und aus ihnen heraus streng kontrolliert, um dem Feind die Spionage der Exerzizien zu erschweren. Wenn es denn überhaupt eine Poststelle gibt, die dem selbiatischen Botendienst angeschlossen ist, dann handelt es sich meist um ein Mitglied der Inquisition oder der Spionageabteilung der Heeresleitung.

Ebenfalls als Lager bezeichnet werden kleinere Stützpunkte, die nicht die Unterbringung einer Einheit in ihrer gesamten Mannstärke zum Ziel haben. Darunter fallen Posten des Trosses, etwa spezialisierte Lazarettlager, Proviantmagazine und Feldschmieden. Aber auch feste Geschützstellungen wie die Katapulttürme vor Bogenfurth oder die Ballistenlager, die an den Hängen des Icewalls in den Stein gehauen wurden, zählen hierzu. Zuletzt seien noch magische Lager genannt, etwa Spionageposten in der Nähe von feindlichen Positionen oder Bannposten zur Aufrechterhaltung größerer Schutzzauber. Magische Anlagen sind aber aufgrund ihrer hohen strategischen Bedeutung in den einsehbaren Lagerlisten der Heeresleitung nie aufgeführt und unterliegen ebenso wie die Aufenthaltsorte von Spezialeinheiten, größerer Kriegsmaschinerie und den persönlichen Gardebannern des Kriegsgrafen der Geheimhaltung.

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