Die selbiatische Heeresleitung ist die Organisation zur strategischen, taktischen und logistischen Leitung der selbiatischen Armeeeinheiten. Geführt wird die Heeresleitung von dem Bogenfurther Erzmarschall im Auftrag und in der Stellvertretung des Kriegsgrafen und seiner Barone. Nachdem in den Anfangsjahren des Krieges gegen den Untod die Verteidigung Selbions durch die ehemaligen Hausbanner der Barone sowie erste Milizen sichergestellt wurde, entschloss sich der Kriegsgraf im 5. Jahr der Angst zu einer Umstrukturierung der Land- und Seestreitkräfte. In der so genannten Bogenfurther Armeereform wurde der Versuch unternommen, Befehlsketten, Rekrutierungssysteme und Truppenorganisation zu vereinheitlichen. Neben vielen anderen Punkten wurde auch die Schaffung einer obersten Verwaltungsebene der Armee beschlossen, da weder der Kriegsgraf noch die hohen Adeligen den ständigen Oberbefehl über ihre Banner wahrnehmen konnten. Die Leitung der selbiatischen Streitkräfte wurde auf das Hofamt des Erzmarschalls übertragen, der seitdem im Namen des Grafen und der Barone in strategischen, taktischen, logistischen und organisatorischen Fragen die Einheiten oberkommandiert.

Der Erzmarschall ist nach dem Bogenfurther Armeegesetz zusammen mit dem Kriegsgraf der Oberbefehlshaber der selbiatischen Armee. Dabei wird er vom Kriegsgraf auf einen Vorschlag der Barone ernannt und erhält den Titel zusammen mit der Ritterwürde und dem dreifachen Sold eines Bannerherrn. Er ist in zeremonieller Hinsicht unter anderem ebenfalls zuständig für das Tragen des Reichsschwertes an hohen Feiertagen. Sein Amt übt er in der Gunst des Kriegsgrafen entweder auf Lebenszeit oder bis zur Abdankung oder Absetzung durch den Kriegsgraf oder die Barone. Ihm untergeordnet ist der Marschallstab, der ihn in dem Oberkommando unterstützt und für einzelne Truppenteile zuständig ist. Den Marschallstab ergänzen im Zweifelsfall Abgesandte der verbündeten Armeen. Die Abteilungen für Kartenkunde, Spionage, magische Kampfformen, Proviantmeisterei, Forschung und Kommunikation arbeiten dem Marschallstab zu, wobei sie nicht dem Stab unterstehen, sondern direkt dem Erzmarschall. In beratender Funktion unterstützen den Marschallstab weiterhin der Erzkanzler hinsichtlich diplomatischer und der Erzkämmerer hinsichtlich finanzieller Fragen.

Die selbiatische Heeresleitung ist neben dem Palast des Kriegsgrafen in der Bogenfurther Zitadelle untergebracht, aber mittels einer Brücke und etlichen unterirdischen Geheimgängen mit dem Thronsaal und dem Saal des Kronrats verbunden. Mehrere Tore und Zugbrücken kontrollieren den Zugang zur Zitadelle von der Stadt aus. Während die ersten beiden Stockwerke zeremoniellen Aufgaben nachkommen und eine Einheit der Palastgarde beherbergen, befinden sich im dritten und vierten Stock die Räume der Fachabteilungen. Der fünfte bis siebte Stock bis unter das Dach beherbergt den Marschallstab einschließlich des Tafelsaals, in dem der Stab tagt, und des Kommandosaals, in dem die taktische Führung arbeitet. Bewacht wird die selbiatische Heeresleitung von der Palastgarde sowie einer gemeinsamen Einheit der Abteilung für Spionage, magische Kampfformen und Kommunikation, die die Abschirmung der vertraulichen Militärgeheimnisse gewährleistet.

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