Die selbiatische Flotte stellt die Seestreitkraft der Grafschaft dar. Selbion war noch nie eine große Seefahrernation, was womöglich an der Tatsache liegt, dass das Land an kein Meer angrenzt und das größte Gewässer der Estenensee ist, der zwar recht windig sein kann, aber sich mit keinem stürmischen Ozean messen kann. Dass Selbion überhaupt eine Flotte hat, ist nach dem Massaker von Nightfall den Seefürsten und einer darauffolgenden Order im Rahmen der Bogenfurther Armeereform zu verdanken. Anfänglich wurden Handelsschiffe und Flusskähne beschlagnahmt, um die Küsten und Flüsse zu patrouillieren, ehe eine kleine, aber feine Flotte in den Werften Elenaths gebaut wurde. Das Kommando der Flotte liegt daher bei Elma von Rotfurt, der Baroness von Lusanore, Schild des Westens und der Wasser Selbions. Ihr untersteht die komplette Flotille, bemannt von den Männern und Frauen ihres Regiments aus dem 14. Banner zu Elenath sowie dem 31. Banner Rotfurt-Wellenstolz. Es handelt sich bei den Schiffen um einige wenige Koggen mit an die 100 Mann Besatzung und um eine Vielzahl an Galeeren und Langbooten.

Ihre Aufgaben sind mannigfaltig: Sie agieren als mobile Einsatztruppe auf den selbiatischen Binnengewässern, Patrouille an der Küste oder zum Schutz der Handelswege und Konvois. Neben all diesen eher traditionellen Aufgabengebieten obliegt der Flotte aber noch eine weitere Mission von besonderer Bedeutung. Seit der Schließung der Grenzen durch Steinbeck unterliegt Selbion nämlich einem strengen Handelsembargo. Der Kriegsgraf höchtselbst gab der Baroness den Auftrag, Kriegsgerät und Güter über den Seeweg nach Selbion zu schmuggeln und so den Kampf gegen den Kalten Hauch voran zu treiben. Als Gegenleistung schauen die hoheitlichen Zoll- und Hafenmeister dann auch nicht ganz so genau, was sich sonst noch alles in der Ladung der Schiffe befindet…