In Selbion existiert eine sehr stark ausgeprägte Form des Elitarismus, der sich vor allem in großer Ehrfurcht vor dem herrschenden Adel ausdrückt. Nach Myrias Fall und den ersten vernichtenden Niederlagen gegen die untoten Heerscharen waren die Ritter und Barone die letzte Bastion, die unermüdlich ihre Männer in den Kampf führten und deren strategisches Geschick einen schnellen Sieg des Feindes verhinderten. Aus diesen mittlerweile geradezu romantisch verklärten Heldentaten leitet der Adel seine Vormachtstellung ab, die rigoros durchgesetzt wird. Demut und Respekt vor Höhergestellten sind von enormer gesellschaftlicher Wichtigkeit, und Zeremonielle wie Verbeugungen, Begrüßungen, Kleidungs- und Titelprivilegien untermauern dies. Einige Priester und Akademiker der Universität zu Bogenfurth argumentieren aber mittlerweile auch, dass der reine Adelstitel nicht zu verwechseln ist mit tatsächlicher Tugend, und dass der Adel in Geist und Herz einen höheren Stellenwert haben sollte als beurkundete Adelstitel. Die daraus folgende Verweigerung fortwährender Unterwürfigkeit gegenüber Armee und Adel ist ein rechtlicher Streitfall, und auch wenn der Kriegsgraf gegen diese Geisteshaltung noch keine Schritte ergriffen hat, ist das wohl nur eine Frage der Zeit. Die offizielle Lehrmeinung des Orden Myrias ist es, dass blinde und gottgleiche Verehrung als Relikt steinbeckscher Ketzerei keinen Platz mehr in der Grafschaft haben sollte.